Rebecca Saunders (* 19. Dezember 1967 in London) ist eine britische Komponistin.
Werdegang
Rebecca Saunders studierte Violine und Komposition an der Universität Edinburgh. Danach absolvierte sie von 1991 bis 1994 ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Wolfgang Rihm mit einem Stipendium des DAAD. 1997 erfolgte die Promotion im Fach Komposition bei Nigel Osborne.
Ihre Musik wird von renommierten Ensembles, Solisten und Orchestern gespielt, darunter Ensemble Musikfabrik, Klangforum Wien, Ensemble Modern, Arditti Quartett, Ensemble Resonanz und die Sinfonieorchester von SWR, WDR und BBC.
In der Saison 2009/2010 war sie Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden.[1] Von 2005 bis 2006 war sie Composer in Residence beim Konzerthaus Dortmund. In der Saison 2023/24 war Rebecca Saunders als Composer in Residence bzw. Schwerpunktkomponistin an der Elbphilharmonie Hamburg vertreten.[2] 2025 wurde ihre Oper Lash – Acts of Love an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt.[3][4]
Für ihre Kompositionen hat Rebecca Saunders zahlreiche Preise erhalten, darunter den Ernst von Siemens Musikpreis 2019, den BMW musica viva-Preis, den Paul-Hindemith-Preis, den Mauricio-Kagel-Musikpreis der Kulturstiftung NRW, sowie mehrere Royal Philharmonic Society und BASCA British Composer Awards. 2024 erhielt Rebecca Saunders den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk der Musik-Biennale von Venedig.[5] Rebecca Saunders hat eine Professur an der HMTM Hannover inne und unterrichtet u. a. seit 2000 bei den Darmstädter Ferienkursen. 2024 erhielt sie den Goldenen Löwen der Musik-Biennale di Venezia.[6] Sie erhielt mehrere Royal Philharmonic Society Music Awards, darunter für Stirrings Still (2008), Fletch (2013), Skin (2017) und Yes (2019).[7] Sie erhielt außerdem British Composer Awards.[8] Sie erhielt den GEMA-Musikpreis für Instrumentalmusik beim Deutschen Musikautor*innenpreis.[9] Sie erhielt den Hans-und-Gertrud-Zender-Stiftungspreis.[10] 2018 erhielt sie einen Ehrendoktor der University of Huddersfield.[11] 2023 wurde ihr von der University of Edinburgh ein Ehrendoktor der Musik verliehen.[12]
Rebecca Saunders lebt als freischaffende Komponistin in Berlin und ist Mitglied der bayerischen Akademie der schönen Künste sowie der Akademien der Künste in Berlin und Dresden.[13]
Werke
- Behind the velvet curtain für Trompete, Klavier, Harfe und Violoncello, 1991–1992
- Into the Blue für Cello, Klavier, Schlagzeug, Fagott, Klarinette und Kontrabass, 1996
- Quartet für Klavier, Violine, Kontrabass und Akkordeon, 1998
- Dichroic Seventeen für Klavier, zwei Schlagzeuge, zwei Kontrabässe, Akkordeon und Elektrogitarre, 1996
- Molly's Song 3 – Shades of Crimson für Bratsche, Gitarre und Altflöte, 1995
- albescere für zwölf Instrumente und fünf Stimmen, 2001
- vermilion für Klarinette, Elektrogitarre und Cello, 2003
- insideout, Musik zur choreographischen Installation von Sasha Waltz, 2003
- blaauw für Doppeltrichtertrompete, 2004
- Choler für Klavierduo, 2004
- miniata für Akkordeon, Klavier, Chor und Orchester, 2004
- Rubricare für Streicher und Orgel, 2005
- Crimson für Klavier, 2005
- Stirrings Still für Altflöte, Oboe, A-Klarinette, Klavier und Crotales, 2006
- chroma IX for chamber groups in several spaces (2003-08), UA: Wittener Tage für neue Kammermusik, 2008
- still für Violine solo und Symphonieorchester (2011), UA: Beethovenfest Bonn, 2011
- Stasis. Raumcollage für 16 Solisten (2011) UA: Donaueschinger Musiktage, 2011
- Alba, für Solotrompete und Symphonieorchester, Musica Viva (München), 2014
- Bite, für Bassflöte Solo (2016), UA: Huddersfield Contemporary Music Festival, 2016
- Skin, für Sopran und 13 Instrumente (2015-16), UA: Donaueschinger Musiktage, 2016
- Sole, Trio in Fis, für mobiles Akkordeon, Schlagzeug und Klavier (2018), UA: ECLAT Festival, 2019
- White, für Doppeltrichtertrompete (2016), UA: musica viva Festival, 2016
- Yes, Performance für Sopran, 19 Solisten und Dirigent (2017), UA: Berliner Musikfest und St. Eustache Paris, 2017
- O, für Sopran Solo (2017)
- Unbreathed, für Streichquartett (2017)
- O Yes & I, für Sopran und Bassflöte (2017/18)
- Dust, für Schlagzeug Solo (2017), UA: AchtBrücken-Festival Köln, 2018
- Flesh, für Akkordeon Solo (2018), UA: Darmstädter Ferienkurse, 2018
- Hauch, für Geige Solo (2018)
- Scar, für 15 Solisten und Dirigent (2018/19), UA: Acht Brücken Köln 2019
- Stirrings Still III, für sieben im Raum verteilte Spieler (2006–2019)
- That Time, für Baritonsaxophon, Klavier und Schlagzeug (2019), UA: Trio Accanto at Festival Présences Paris, 2020
- Moving Picture 946-3 Kyoto Version, Musik für Solo Trompete und Elektronik für einen Film von Corinna Belz und Gerhard Richter (2019/20), UA: Kiyomizu-dera Temple in Kyoto, Japan, 2019 und Musikfest Berlin, 2020
- Nether, für Sopran und 19 Spieler (2017/19), UA: Essen NOW! , 2019
- Whitinnan, für Innenklavier (2019), UA: Wien Modern, 2019
- The Mouth, für Sopran und Elektronik (2018/20), UA: IRCAM, 2020
- To an utterance - study (2020), UA: Musikfest Berlin, 2020
- Either Or (2017/2020), für 2 Doppeltrichter-Trompeten, UA: Musikfest Berlin, 2020
- dust II (2018/2020), für 2 Perkussionisten, UA: Musikfest Berlin, 2020
- Us Dead Talk Love (2021), für Alt, Tenorsaxophon, E-Gitarre, Korg Orgel and Perkussion, Text von Ed Atkins, UA: Donaueschinger Musiktage, 2021
- Hauch II (2021), für Bratsche Solo, UA: cresc… Biennale für aktuelle Musik Frankfurt, 2024
- Hauch – Dance (2021), Collage für 8 Musiker und 3 Tänzer, UA: Essen NOW!, 2021
- Taste (2022), für Geige und Klavier (mit Enno Poppe zusammen geschrieben), UA: Wittener Tage für neue Kammermusik, 2022
- Wound (2022–23), für Solistenensemble und großes Orchester, UA: musica viva - räsonanz München, 2022
- Whispers (2023), für Geige Solo, UA: Studio Musikfabrik Köln, 2023
- Breath (2023), für zwei Geigen, UA: WDR Funkhaus Köln, 2023
- Skull (2023), für 14 Instrumente und Dirigent
- Rockaby (2017–2024), Collage für 5 Musiker und 200 Spieluhren
- Lash – Acts of Love (2023–25), Oper für Schauspielerin, 3 Sängerinnen und großes Orchester, UA: Deutsche Oper Berlin, 2025
- Chroma (I–XXIII) (2003–25), Collage für 12–16 Musiker und Objekte
Weblinks
- Offizielle Website
- Werke von Rebecca Saunders im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Deutschlandfunk Kulturfragen. Debatten und Dokumente vom 2. Juni 2019: „Nicht jeder muss meine Musik hören wollen“. Rebecca Saunders im Gespräch mit Maja Ellmenreich
- Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 28. Juni 2020: Die Komponistin Rebecca Saunders im Gespräch mit Joachim Scholl. „Niemand kann eine Musik schreiben, die jedem gefällt“
Einzelnachweise
- ↑ edition-peters.de: Rebecca Saunders ( vom 10. November 2012 im Internet Archive)
- ↑ Rebecca Saunders - Composer in Residence 2023 – 2024. Archiviert vom am 8. November 2024; abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- ↑ [http://web.archive.org/web/20250913195818/https://www.wisemusicclassical.com/news/5098/Rebecca-Saunders-first-opera-Lash-premieres-at-Deutsche-Oper-Berlin/ Rebecca Saunders� first opera Lash premieres at Deutsche Oper Berlin.] Archiviert vom am 13. September 2025; abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- ↑ Anatomy of a love: Rebecca Saunders’ Lash at Deutsche Oper Berlin. Abgerufen am 11. März 2026.
- ↑ Lucia Ronchetti | Golden Lion for lifetime Achievement 2024 to Rebecca Saunders. Abgerufen am 11. März 2026.
- ↑ Robert Jungwirth: Musik-Biennale: Rebecca Saunders erhält Goldenen Löwen für Lebenswerk. In: br-klassik.de. 28. September 2025, abgerufen am 17. April 2025.
- ↑ RPS Awards. Abgerufen am 11. März 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Rebecca Saunders. Abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- ↑ https://www.deutscher-musikautorenpreis.de/preistraegerinnen/preistraeger/rebecca-saunders/
- ↑ nmz-red: „Happy New Ears“-Preis der Hans- und Gertrud Zender-Stiftung in München an Rebecca Saunders, Gerhard Rohde und Christian Grüny verliehen | nmz - neue musikzeitung. 23. Februar 2015, abgerufen am 11. März 2026.
- ↑ Honorary Awards at the November 2018 Graduation Ceremonies. Abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- ↑ Key figures recognised with honorary degrees | News. 29. Juni 2023, abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- ↑ Deutscher Tele Markt GmbH-Internet- und Werbeagentur: Rebecca Saunders. Abgerufen am 11. März 2026 (deutsch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Saunders, Rebecca |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Komponistin |
| GEBURTSDATUM | 19. Dezember 1967 |
| GEBURTSORT | London |